Michael Aeschimann

Michael Aeschimann

Metallbauer EFZ, Fachrichtung Schmiedearbeiten
Werkstatt und Montageleiter FA (Abschluss im September 19)

Meine ersten Erfahrungen mit dem Werkstoff Eisen durfte ich im Werkunterricht der Oberstufe machen. Seitdem hat mich dieses Handwerk nicht mehr losgelassen. Was als Hobby begann, hat sich nach und nach in die Berufung und schliesslich den Beruf entwickelt, den ich heute mit viel Freude ausübe.

Dinge aus hartem Stahl zu formen birgt für mich einen unglaublichen Reichtum an Erfahrungen, Abwechslung und Befriedigung. Es gibt nichts schöneres, als stolz eine gelungene Arbeit in den Händen zu halten, und zu wissen, wie diese aus eigener Kraft und Kreativität entstanden ist. Natürlich gibt es auch immer wieder Misserfolge. Und gerade diese Herausforderungen motivieren mich, weiter dazu zu lernen und neue Lösungen zu finden.

Ich durfte und darf in meiner stetigen Entwicklung auf die Bereitschaft vieler Schmiedinnen und Schmiede zählen, ihr Wissen offen zu teilen. Eine Haltung, die ich selbst gerne Pflege und aufrechterhalten möchte. Auch wenn das Handwerk des Schmieds heute nicht mehr den gleichen Stellenwert hat wie noch vor 50 Jahren, glaube ich fest an dessen Zukunft. Denn einen schöneren Beruf gibt es für mich nicht!

Werdegang

1991-2007

aufgewachsen in Reinach AG, wo ich auch 9 Jahre zur Schule ging

2007-2010

Kantonsschule in Beromünster, Matura im Sommer 2010

2011-2015

Grundausbildung zum Metallbauer EFZ, bei Metallbau Ottiger AG, Rickenbach LU
Lehrabschluss im Sommer 2015

2016

3 Monate Auslandeinsatz: Katastrophenhilfe in Nepal

2016-2017

Arbeit als Metallbauer bei Metallbau Ottiger AG und
Moritz Felix Schlosserei, Beromünster

2017

Aufnahme der Tätigkeit in der Oberen Schmitte in Beromünster
Gründung Schmiede Aeschimann

2017-2018

Einjährige Zusatzausbildung in der Fachrichtung Schmiedearbeiten bei
Schmiede Wickli GmbH, Krinau SG
Und Weiterbildung zum Metallbau Werkstatt- und Montageleiter BP

2018-2019

Teilzeitanstellung bei Moritz Felix Schlosserei
Betreiben der Schmitte im Nebenerwerb

März 2019

100-prozentige Selbständigkeit in der Schmiede Aeschimann

Obere Schmitte

Obere Schmitte in Beromünster

Die Obere Schmitte in Beromünster ist eine von ursprünglich 3 Schmiedewerkstätten im Städtchen. Bereits vor dem grossen Fleckenbrand von 1764, stand an selber Stelle zwischen Flecken und Gärbigass, direkt unter der Stiftskirche, eine Schmiedewerkstatt.

Als wichtige Quelle von Werkzeug und Material für den Wiederaufbau nach dem verheerenden Feuer, wurde sie dann auch als eines der ersten Gebäude wieder aufgebaut. Seither hat Sie gut 250 Jahre als Schmiede gedient. Hier wurden unter anderem Pferde beschlagen und Wagenräder abgebunden(so wird das Aufziehen der eisernen Reifen auf die Holzfelgen genannt). Ein grosser Mühlstein, der vor der Schmittenbrücke in die Strasse eingelassen ist, und die Ringe an der Wand unter derselben, zeugen noch von jener Zeit.

Mit dem Wandel der Zeit verlor das Beschlagen der Pferde in der Dorfschmitte langsam an Bedeutung, doch die Arbeit in der Schmiede wurde von der Familie Dolder fortgeführt. Als Schlosser und Wassermeister wohnten und arbeiteten zuletzt der jüngere Franz und Bernadette Dolder im alten Gebäude.
Als der Zahn der Zeit der oberen Schmitte langsam aber sicher zusetzte, und sie mehr und mehr unbewohnbar wurde, kaufte die Korporation Beromünster das Haus. Sie verwirklichte im Jahr 2016 schliesslich mit grossem finanziellen und personellen Aufwand die Sanierung, sodass sie heute in neuem Glanz erstrahlt.

Wie es der Zufall wollte, suchte ich gerade in dieser Zeit nach einer Werkstatt, um mein Hobby auszuüben. Ein riesen Glücksfall, dass die neue Besitzerschaft der Schmitte grossen Wert auf die Erhaltung der Schmiedewerkstatt in ihrer Erscheinung und Funktion legte, und ihrerseits nach einem geeigneten Mieter suchte. So fand man sich sehr schnell.

Dem jungen Schmied wurde ein Einstieg in die Selbständigkeit ermöglicht, und der alten Schmitte der Fortbestand als Zeuge alter Zeit.